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Margaret Thatcher litt darunter, genauso wie Ronald Reagan und Frank Sinatra: Die Rede ist von der Dupuytren’schen Kontraktur, einer Erkrankung, welche zu einer immer weiter fortschreitenden Verkrümmung der Finger und schmerzhaft eingeschränkter Greiffunktion führt. Die Krankheit betrifft zwar hauptsächlich Männer ab 60, von diesen allerdings immerhin 6–10 Prozent.
Nerven und Sehnen der Hand sind von einem beweglichen Bindegewebe umgeben, der so genannten Palmaraponeurose. Dieses Gewebe schützt vor Verletzungen und Überlastungen. Bei der Dupuytren’schen Erkrankung verändert es sich jedoch krankhaft: Es kommt zur Ausbildung von Knoten und narbenähnlichen Wucherungen, welche die Bewegung der Finger beeinträchtigen. Bei weiterem Fortschreiten der Krankheit verkrümmen sich die Finger immer mehr und können nicht mehr gestreckt werden..
Warum es zu einem Morbus Dupuytren kommt, ist auch heute noch unklar. Der Entdecker dieser Krankheit, der französische Arzt Baron von Dupuytren, ging selbst noch davon aus, dass es sich dabei um die Folge einer Überlastung handele. Dies konnte jedoch nicht gesichert werden. Neben einer familiären Häufung tritt ein Dupuytren jedoch vermehrt bei Diabetikern, Epilepsiekranken und auch bei Alkoholmissbrauch auf, so dass eine neurologische Ursache als wahrscheinlich gilt.
Obwohl es immer wieder Fälle gibt, bei denen nur ein einzelner Finger verkrümmt ist, sind doch bei über zwei Dritteln aller Patienten mehrere Finger beider Hände betroffen. Allerdings muss es durchaus nicht sein, dass die Krankheit immer weiter fortschreitet: Viele Patienten können jahrzehntelang mit einem M. Dupuytren leben, ohne dass sich die Symptome verschlimmern.
In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass die nicht operative Therapie des Morbus Dupuytren nur selten zum gewünschten Erfolg führt. Injektionen in die betroffenen Handregionen oder auch die Gabe verschiedenster Medikamente können zwar für einen Moment die Schmerzen lindern und im besten Fall damit kurzzeitig die Beweglichkeit erhöhen, sie beseitigen die Ursache aber nicht. Auch Bestrahlungen, welche das Wachstum des Gewebes aufhalten sollen, sind durch das eher mäßige Risiko/Nutzen-Verhältnis inzwischen umstritten und werden nur noch selten angewandt.
Das Mittel der Wahl ist daher heute die möglichst großflächige operative Entfernung der krankhaft veränderten Strukturen.
Aufgrund der in den Fingern zahlreich vorhandenen feinen Blutgefäße und Nerven handelt es sich dabei jedoch um einen recht anspruchsvollen und filigranen Eingriff, der einem Spezialisten vorbehalten bleiben sollte. Auch sollte nicht zu früh operiert werden, da die Gefahr einer erneuten Knotenbildung dann recht hoch ist. Die noch vor einigen Jahrzehnten übliche frühe operative Therapie, bei der unter Umständen nur einige verhärtete Knoten entfernt wurden, hat sich nicht bewährt, da es fast immer zu einem Weiterwuchern des Bindegewebes kommt und Folgeeingriffe häufig bereits absehbar sind. Diese versucht man aber heute nach Möglichkeit zu vermeiden, da auch bei einem erfolgreichen Eingriff Empfindungsstörungen durch irritiertes Nervengewebe nicht gänzlich zu vermeiden sind.
Ob ein M. Dupuytren durch eine Operation langfristig beherrschbar ist, hängt auch von der Mitarbeit des Patienten, aber auch von den in einen Eingriff gesetzten Erwartungen ab. Da die Krankheit nicht im eigentlichen Sinne „geheilt“ werden kann, ist eine vollständige Wiederherstellung des Zustandes wie beim gesunden Menschen nicht immer zu erreichen – es kann aber in der Mehrheit der Fälle eine für den Patienten befriedigende, wesentliche funktionelle Verbesserung der Greiffunktion erreicht werden und auch eine Schmerzreduktion bis hin zur völligen Schmerzfreiheit. Die Operation ist in den allermeisten Fällen in Armbetäubung und natürlich ambulant möglich.
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